Wieder mal ist 9. September. Der Tag des alkoholgeschädigten Kindes! Toll.

Im Fernsehen wird der eine oder andere Erstaufklärungsbeitrag laufen, in den Zeitungen wird etwas gedruckt, in den sozialen Medien taucht ein neuer Blog, Erklärfilm oder Betroffenen-Video auf. Die zahlreichen Initiativen posten natürlich was. Alles buhlt um Aufmerksamkeit. Lesen Sie hier weiter.

Medi­zi­ni­sche Ver­sor­gung von Erwach­se­nen mit FASD

Es ist nicht über­trie­ben zu behaup­ten, dass FASD in der medi­zi­ni­schen Ver­sor­gung den Pro­to­typ für eine Ver­sor­gungs­lü­cke stellt. Das liegt in ers­ter Linie dar­an, dass FASD in sei­ner dia­gnos­ti­schen Pra­xis und Aner­ken­nung nicht auf dem Stand ist, den ande­re Krank­hei­ten oder Stö­run­gen mit die­ser Rele­vanz längst haben. Ent­spre­chend unzu­rei­chend ist die Ver­an­ke­rung in den ent­spre­chen­den Regel­wer­ken. Weil aber genau die­se unzu­rei­chen­de Ver­an­ke­rung als Grad­mes­ser für Rele­vanz gese­hen wird, gibt es für den gemei­nen Medi­zi­ner kei­nen Grund, gelern­tes Wis­sen zu hin­ter­fra­gen oder zu erwei­tern. So wird, mit über­ra­schen­der Reni­tenz gegen Auf­klä­rungs­ver­su­che, an Behand­lun­gen, Maß­nah­men und Ziel­vor­stel­lun­gen auch dann beharr­lich fest­ge­hal­ten, wenn sie nicht das gewünsch­te Ergeb­nis zei­gen oder sogar wie­der­holt schei­tern. Es kommt immer wie­der zu Fehl­dia­gno­sen und ‑behand­lun­gen mit teils dra­ma­ti­schen Konsequenzen.

Die­se Sach­la­ge ist ein wesent­li­ches Motiv für unser Akti­ons­bünd­nis, denn hier wird selbst mas­si­ve Auf­klä­rung kei­ne nach­hal­ti­ge Ver­än­de­rung bewir­ken. Es braucht geziel­te Aktio­nen, um den der­zei­ti­gen Wis­sens­stand an die Insti­tu­tio­nen her­an­zu­tra­gen, die für den Inhalt sol­cher Regel­wer­ke ver­ant­wort­lich sind, und das ist – ähn­lich wie ein Leh­rer nicht das Cur­ri­cu­lum bestimmt – hier auch nicht der Arzt oder die Ärz­tin, die vor einem sitzt.

Hier­zu wer­den wir ins Detail gehen und als­bald mög­lich die Män­gel kon­kret benen­nen, als auch den Weg, um das zu ändern. Denn alle medi­zi­ni­schen Stan­dards ent­ste­hen nach und in einem bestimm­ten Sys­tem und nicht durch Aufklärungsseminare.


Sie­he auch: Rele­vanz von FASD bei psy­chi­schen Erkrankungen